Für all jene die am Sonntag die Abflüge betrachten wollen hat der Meteorologe heute noch eine Vorschau ausgesprochen.

DEUTSCH Stand: 7. September 2019

ENGLISH 7th September 2019

Sie beurteilen die Wetterlage im Großen wie im Kleinen und sagen, was geht – die Heeres-Flugmeteorologen. Sie sind besonders bei Großereignissen wie der Airpower gefragt. Bei der Flugshow über dem obersteirischen Aichfeld schätzen u.a. Valerie Kumer und Harald Maurer die Lage. Das beginnt mit einem Morgen-Briefing für alle Piloten, jede halbe Stunde wird aktualisiert.

Die beiden Meteorologen sind Zivilbedienstete am NÖ-Fliegerhorst Langenlebarn und sind Teil eines etwa zehnköpfigen Teams. Fünf arbeiten im Kontrollturm, vier sind als Wettertrupp eingesetzt. “Heute sind die Wolken rund 5.000 Fuß, also 1.524 Meter über Grund. Würden sie unter 4.000 Fuß über der Piste sinken, wäre es problematisch”, sagte Kumer und Maurer im APA-Gespräch. Wobei die Wetterklage innerhalb kurzer Distanzen unterschiedlich sein kann: “Über dem Flugplatz ist es zum Beispiel sonnig, in einem nahen Tal liegt Nebel”, sagte Maurer.

Die für die Piloten wichtigen Wetterinfos werden in einem Briefing für alle Teilnehmer um 8.00 Uhr auf Englisch ausgegeben. Danach erfolgen Updates jede halbe Stunde, plus Specials wie etwa Sichtweiten oder Windgeschwindigkeiten.

Wer entscheidet, wie und wann geflogen werden kann? “Wir beschreiben das Wetter, der Pilot entscheidet”, sagte Kumer, die in Meteorologie promoviert, den militärmeteorologischen Kurs des Heeres absolviert hat und sich wie Maurer ständig auch international fortbildet. “Gewisse Kriterien sind allerdings vorgeben, wie etwa bei schwerer Vereisung, da entscheidet dann nicht mehr der Pilot, ob geflogen wird, sondern wir”, sagte Maurer. Der Wettertrupp mit den Beratern ist auch bei anspruchsvollen Veranstaltungen wie dem international besuchten Hochgebirgslandekurs für Hubschrauber zuständig, wenn es um Außenlandungen geht, wie etwa im Raum Aigen im Ennstal, Saalfelden, Hochfilzen oder Vomp.

Ein weiteres Aufgabengebiet ist die meteorologische Beratung bei der Luftraumsicherungsoperation “Dädalus”, bei der die Flugmeteorologen im Einsatzstab sitzen. Bisweilen nehmen sie auch selbst in Heeresfluggerät Platz und fliegen mit: “Wir lernen dann auch, was die Piloten brauchen, wie die Sache sich im Flug selbst darstellt. Wir profitieren vom Fachwissen des Piloten und umgekehrt”, sagte Maurer.

Einen kleinen Vorteil hatte das nasse Wetter allerdings – bei schnellen Flugzeugen sorgten die Wirbel z. B. an Flügelspitzen für einen lang gezogenen Sprühnebel, der die Bewegungen der Fluggeräte schön nachvollziehbar an den wolkenverhangenen Himmel zeichnete.

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