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„Pilot zu werden war schon immer mein Traum“

Karriere im Cockpit: Ein Eurofighter-Fluglehrer verrät den Weg zum Traumjob.

Was künftige Piloten mitbringen müssen, wer als Pilot in Frage kommt und warum das Bundesheer für ihn der beste Arbeitgeber ist: Eurofighter-Einsatzpilot und Fluglehrer Gerald Gradauer im Interview. 

Herr Hauptmann Gradauer, Sie sind bei der AIRPOWER16 Formationsführer bei der Abfang- und Luftkampfdemonstration der Eurofighter. Wie sind Sie denn selbst zur Fliegerei gekommen?

Pilot zu werden war schon immer mein Traum. Zuerst hat mich die Modellfliegerei interessiert, dann hat mich Top Gun begeistert ...

... ein Film, über den Sie heute bestimmt nur noch lachen können.

Nicht unbedingt. Natürlich ist vieles übertrieben oder verzerrt, manche Szenen zeigen unseren Job aber auch ziemlich realistisch.

Was kam nach Top Gun?

Die HTL-Matura und dann die Bewerbung bei der AUA und beim Bundesheer. Ich kam bei beiden in die nächste Runde und habe mich für das Bundesheer entschieden.

Warum für das Bundesheer?

Ich will niemandem zu nahe treten, aber: Der Job als Linienflugpilot wäre mir auf Dauer zu langweilig geworden. Beim Bundesheer bringt hingegen jeder Auftrag eine neue Herausforderung. Und du bist Teil eines top-motivierten Teams – von der Flugvorbereitung über den Einsatz selbst bis zum Debrief, bei dem man gemeinsam analysiert, was im Einsatz gut gelaufen ist und wo man sich noch verbessern kann.

Sie sind Fluglehrer für Eurofighter-Piloten. Welche Fähigkeiten und Talente braucht ein Pilot?

Unsere Piloten sind völlig unterschiedliche Typen: Einer war Elektrikerlehrling, ein anderer kommt vom Gymnasium, ich selbst aus der HTL. Viel wichtiger als Fähigkeiten und Talente ist die innere Einstellung, die man mitbringt. Bin ich bereit, intensiv zu lernen? Will ich konsequent an mir arbeiten?

Körperliche Fitness ...

... ist natürlich notwendig, man sollte schon Spaß am Sport haben. Aber man braucht kein Spitzenathlet zu sein, um Pilot zu werden.

Können auch Frauen Pilotinnen werden?

Ich finde sogar, dass das ein wahnsinnig interessanter Beruf für Frauen ist. Wir haben bereits einige Hubschrauberpilotinnen, aber noch keine Frau im Eurofighter. Höchste Zeit also ...

Der ferne Traumjob klingt jetzt gar nicht mehr so unrealistisch. Was muss ich tun, wenn ich neugierig geworden bin?

Am besten über die Website Kontakt aufnehmen (Anm.: piloten.bundesheer.at). Oder zur AIRPOWER16 kommen: Bei jeder Flugzeug- oder Hubschraubertype des Bundesheeres steht ein Pilot, den man persönlich mit Fragen löchern kann – eine einmalige Gelegenheit, Infos aus erster Hand zu bekommen!