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„Die Flying Bulls haben mich zum Fliegen inspiriert“

Thomas Morgenstern im Interview: Wie ihn die Flying Bulls fürs Fliegen begeisterten und welche ehrgeizigen Pläne er jetzt als Pilot hat.

Am Freitag und Samstag gibt Thomas Morgenstern um 13 Uhr Autogramme – und zwar im Static Bereich der Flying Bulls. Im Interview sprach der Ex-Skisprung-Star über sein neues Leben als Pilot und warum er auch in seiner zweiten Sportkarriere an die Weltspitze will.  

Herr Morgenstern, wir stehen vor einem Helikopter mit personalisierter Airbrush-Lackierung. Möchten Sie uns Ihr derzeit liebstes Fortbewegungsmittel vorstellen?

Das ist meine „Helina“, eine Robinson R-44, das leistbarste Gerät in der Privatfliegerei. Ich habe sie seit Juli 2015, bin den gleichen Typ aber auch schon bei meiner Schulung geflogen. Die R-44 taugt mir so, dass ich damit innerhalb eines Jahres 200 Flugstunden zusammen bekommen habe, jetzt habe ich insgesamt 400.

Wie haben Sie sich denn mit dem Flieger-Virus infiziert?

Blacky Schwarz von den Flying Bulls ist Schuld daran. Er hat mich während meiner Skisprung-Karriere zur Vierschanzentournee und zu anderen Events geflogen. Das war so genial, dass ich selbst den Flugschein gemacht habe. Dann hat er mir erzählt, dass es auch Hubschrauber-Wettkämpfe gibt. Ich darauf: Na und?

Na und?

Ich wusste ja nicht, was ich da soll, als Jungspund ohne Erfahrung. Blacky hat geantwortet: Ja, aber es gibt auch eine Rookie-WM für Anfänger. Naja, damit hat er mich gehabt.

Wie ging es dann weiter?

Blacky Schwarz hat mir unheimlich viele Tipps gegeben und mich mit dem Heliteam Austria zusammen gebracht. Das war Liebe auf den ersten Blick. Ich habe dann ernsthaft zu trainieren begonnen, nach Ende meiner Skisprungkarriere hatte ich ja mehr Zeit dazu. Und dann konnte ich 2015 tatsächlich die Hubschrauber-WM der Rookies gewinnen.

Wie misst man das Können eines Hubschrauberpiloten?

Bei der WM gibt es vier Disziplinen: den Navigationswettkampf, den Präzisionsbewerb, den Fenderbewerb, bei dem man einen Fender, also eine Boje, in eine Tonne versenken muss, und den Slalombewerb.

Skisprungweltmeister, Hubschrauberweltmeister – jetzt können Sie sich aber wirklich zur Ruhe setzen.

Ganz im Gegenteil. Jetzt bereite ich mich mit meinem Co-Piloten auf die Hubschrauber-WM in der allgemeinen Klasse vor, die 2018 stattfinden wird. Wir trainieren dafür intensiv am Militärflugplatz in Aigen. Denn es wäre extrem lässig, wenn wir 2018 bei den richtig Großen mitmischen könnten.

  • Thomas Morgenstern mit seiner Robinson R44-II © Mirja Geh
    Thomas Morgenstern mit seiner Robinson R44-II © Mirja Geh
  • © Bundesheer Michael Steinberger
    © Bundesheer Michael Steinberger
  • © Bundesheer Michael Steinberger
    © Bundesheer Michael Steinberger
  • © Bundesheer Michael Steinberger
    © Bundesheer Michael Steinberger