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Die Dinosaurier der Fliegerei

Der Job des Flight Engineers ist eigentlich längst ausgestorben. Und doch gibt es sie noch in Europa.

Wenn wir bei der AIRPOWER16 auf dem Boden stehen, nach oben blicken und staunen, dann sind es die Athleten und die Piloten, denen wir zujubeln. Dass zum Fliegen aber noch viele andere Personen gehören, vergessen wir meistens. Denn hinter jeder spektakulären Flugshow steckt eine ganze Crew an Mitarbeitern. Zu dieser gehören die Flugzeugingenieure. Bei der AIRPOWER16 werden wir sie zu Gesicht bekommen, obwohl sie eigentlich längst ausgestorben sind. Gut so, denn was sie leisten, ist lebenswichtig.

Martin „Joe“ Lösch ist einer der letzten Dinosaurier der Fliegerei, Donald „Don“ Landl der andere. Die beiden sind nicht nur die „Herren der Kolben“ und Teil des Motorenteams der Flying Bulls, sie sind auch sogenannte Flugzeugingenieure oder Flight Engineers, die an Bord mitfliegen und dabei alles im Auge haben. Das Gerücht, dass dieser Job schon längst ausgestorben ist, bestätigt Joe Lösch: „Ausgenommen von großen Militär-Transportmaschinen wie der Hercules des Bundesheers, wo noch ein Flight-Engineer (Bordtechniker) mit dabei ist, gibt es unseren Beruf in der zivilen Luftfahrt nicht mehr.“ In Europa gibt es überhaupt nur noch eine Handvoll Bordtechniker mit einer gültigen Lizenz. Ihren Job haben längst Maschinen übernommen.

Tauschen würde Ich mit meinen Piloten nicht. Die haben langjährige Flugerfahrung auf den verschiedensten Typen und machen einen sehr guten Job! Ich sitze im Cockpit lieber zwischen ihnen.

Joe Lösch

Wie man Flug Engineer wird? Man sollte auf jeden Fall eine gewisse Begeisterung für Technik mitbringen. Joe absolvierte vor seiner Flugkarriere beispielsweise eine Lehre zum Kfz Mechaniker und fand mit 18 den Weg in den Rallye-Sport, wo er 17 Saisonen lang als Mechaniker in den verschiedensten Teams in der WRC tätig war. Später ging es dann zum Flugsport und zu den Flying Bulls. Zuerst als Mechaniker ohne Lizenz in der Motorenwerkstatt und an der DC-6.

Da der Job als Flugzeugingenieur eigentlich längst ausgestorben ist, gibt es bei uns in Europa eigentlich keine geeignete Ausbildung mehr dazu. Bei manchen historischen Flugzeugen der Flying Bulls ist der Job aber unumgänglich. Über ein Selbststudium, eine Theorieprüfung und stundenlangem Trockentraining im Simulator in Alaska, gelang dann die Ausbildung. Pro Jahr Fliegen die Flugzeugingenieure circa 80 bis 100 Flugstunden uns circa 70 bis 80 Flüge.

Unsere Maschinen kommen noch aus der Zeit wo Qualität wichtiger war als Profit! Und unsere Maschinen werden bestens gewartet.

Joe auf die Frage, ob er aufgrund des Alters der Maschinen nicht ab und an ein mulmiges Gefühl hat.

 

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  • Die DC-6. Mit An Bord: Ein Flight-Engineer.© Samo Vidic / Red Bull Content Pool
    Die DC-6. Mit An Bord: Ein Flight-Engineer.© Samo Vidic / Red Bull Content Pool
  • Lösch und Landl bei der Arbeit © privat
    Lösch und Landl bei der Arbeit © privat
  • Arbeitsplatz der Flight Engineers - Douglas DC-6B © Cornelius Braun / Red Bull Content Pool
    Arbeitsplatz der Flight Engineers - Douglas DC-6B © Cornelius Braun / Red Bull Content Pool
  • Es braucht hochqualifizierte Flugingenieure. © Cornelius Braun / Red Bull Content Pool
    Es braucht hochqualifizierte Flugingenieure. © Cornelius Braun / Red Bull Content Pool