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SAAB 29 TUNNAN

Ihren Spitznamen "Flygande Tunnan" (dt.: fliegende Tonne) verdankt die Saab 29 ihrer gewölbten Ganzmetall-Bauweise, die sich eng an das Strahltriebwerk anlegt und ihr dadurch die charakteristische, jedoch sehr eigenwillige Fassform verleiht. „Auf dem Boden ist sie ein hässliches Entlein“, meinte Testpilot Robert A. Moore einst. „In der Luft jedoch verwandelt sie sich in einen Mauersegler."

Mitverantwortlich für Letzteres war vor allem das Flügel-Design der Saab 29 – das ohne das Zutun amerikanischer Soldaten wohl anders ausgesehen hätte. Diese verhafteten nämlich im Frühjahr 1945 einen Mitarbeiter des nationalsozialistischen Flugzeugwerkes Messerschmitt und stellten Aufzeichnungen über ein geplantes Flugzeug sicher. Einer der Saab-29-Ingenieure bekam im Herbst 1945 Einblick in die geheimen Dokumente und entschied, ein entscheidendes Detail der Tunnan anzupassen: Aus dem Geradflügler wurde ein Pfeilflügler.

Nach ihrem Erstflug 1948 war die Tunnan schließlich der erste Kampfjet mit Pfeilflügeln, der in der Nachkriegszeit in Serie ging. Insgesamt wurden 661 Exemplaren gebaut (bis heute die größte Fertigungsserie der Saab Flugzeugwerke) und ab 1951 an die Schwedische Luftwaffe ausgeliefert. Internationales Ansehen erlangte der Jet, als er 1954/55 zwei Geschwindigkeitsrekorde aufstellte (u.a. 977 km/h auf einer Distanz von 500 km).

Exportiert wurde die Tonne nur in ein einziges Land – und zwar Österreich: Zwischen 1961 und 1972 nütze das Bundesheer 30 gebrauchte Saab J-29F. Aus diesem Anlass kommt auch die weltweit letzte flugfähige Tunnan zur AIRPOWER16: Im Rahmen der Historic Jet Formation präsentiert sie sich gemeinsam mit allen anderen Flugzeugtypen der österreichischen militärischen Düsenfliegerei im Himmel über dem Fliegerhorst 

Fakten & Zahlen

Hersteller Saab
Version Saab J-29F
Registrierung SE-DXB
Länge 10,23 m
Flügelspannweite 11 m
Höhe 3,75 m
Leergewicht 4.845 kg
Max. Startgewicht 7.720 kg
Höchstgeschwindigkeit 1.060 km/h
Dienstgipfelhöhe 15.500 m
Triebwerk 1× RM2B-Turbojet-Triebwerk
Schub 27,5 kN ( mit Nachbrenner) / 21,2 kN (ohne Nachbrenner)
Display Flying